Die Spielregeln im Marketing haben sich geändert. Vertrauen ist wichtig wie nie zuvor in einer Zeit, wo KI-generierter Content und Fake-Content den Markt überschwemmen. Die 7-11-4-Formel bietet eine griffige Handhabe dafür. Nach diesem Beitrag kannst du sofort loslegen mit der Umsetzung.
I. Wichtigste Takeaways vorab
- Die 7-11-4-Formel besagt, dass deine Kunden vor einer Entscheidung für deine Leistung rd. 7 Stunden an Content benötigen sowie 11 Berührungspunkte auf 4 verschiedenen Kanälen.
- Die 7-11-4-Formel ist keine starre Gesetzmäßigkeit, eignet sich jedoch gut als griffige Faustformel (vor allem in der englischen Aussprache), um ein Gefühl von Vertrautheit zu schaffen und Vertrauen aufzubauen - essenziell in einer Welt, wo KI-generierter Content und Fake-Content immer mehr zunimmt.
- Die 7-11-4-Formel bietet eine besondere Chance für Solopreneure im letzten Drittel ihrer Selbstständigkeit. Mit einer geschickten Gesamt-Strategie kannst du dich nachhaltig sichtbar und auffindbar machen, Vertrauen aufbauen und die Kunden gewinnen, die am besten zu dir passen.
- Ein weiterer Vorteil für langjährige Solopreneure: Im Zweifel hast du schon ganz viel, was du neu verwerten kannst, und brauchst nicht bei 0 zu beginnen.
- Die beste Voraussetzung für dieses Vorgehen ist eine Gesamt-Strategie, wie du sie im Business Rebirth Bootcamp entwickelst. Sie ist auch als DIY-Version verfügbar, die du in einem eigenen Tempo durcharbeiten kannst.
II. Was ist die 7-11-4-Formel? Und was hat der Zero Moment of Truth damit zu tun?
Die 7-11-4-Formel besagt, dass deine Kunden vor einer Entscheidung für deine Leistung rd. 7 Stunden an Content benötigen sowie 11 Berührungspunkte auf 4 verschiedenen Kanälen.
Ich habe sie erstmals und danach wiederholt von Daniel Priestley gehört, einem außergewöhnlich erfolgreichen Unternehmer und Autor (Quellen am Ende des Beitrages). Oft wird in dem Zusammenhang auch eine Google-Studie von 2011 erwähnt. (Quellen am Ende des Beitrages).
Das Verdienst dieser Studie besteht darin, erstmalig auf den Zero Moment of Truth (ZMOT) hinzuweisen.
Damit ist die Recherche vor der Kaufentscheidung gemeint. Diese findet ausgiebig statt und zunehmend mit Hilfe von KI:
- 2011 nutzen durchschnittliche Käufer 10,4 Informationsquellen. Ein Jahr zuvor waren es nur 5,3 Quellen gewesen. Erst danach fällt die Entscheidung, ob man überhaupt den Laden (bzw. deine Website) aufsucht.
- Laut einer TÜV-Studie von 2025 nutzen 72 der Befragten KI zur Recherche - im Jahr zuvor nur 48 Prozent (Quelle am Ende des Beitrages)
Altes Modell
- Stimulus: Jemand wird aufmerksam auf deine Marke
- First Moment of Truth: Die Erfahrung im Laden (oder auf deiner Website): Kauf jemand das Produkt oder nicht?
- Second Moment of Truth: Die Erfahrung bei der Nutzung des Produktes: Ist man begeistert oder enttäuscht?
Neues Modell
- Stimulus: Jemand wird aufmerksam auf deine Marke
- Zero Moment of Truth: Die Recherche vor der Kaufentscheidung - ausgiebig und mit Hilfe von KI
- First Moment of Truth: Die Erfahrung im Laden (oder auf deiner Website): Kauf jemand das Produkt oder nicht?
- Second Moment of Truth: Die Erfahrung bei der Nutzung des Produktes: Ist man begeistert oder enttäuscht?
III. Drei Chancen der 7-11-4-Formel für langjährige Solopreneure im letzten Drittel der Selbstständigkeit
Wenn du es geschickt anstellst, kannst du gerade als langjähriger Solopreneur die 7-11-4-Formel für deinen Business-Erfolg nutzen:
- Du hast einen Fundus an Erfahrungen und an Ressourcen, die deine Expertise widerspiegeln - Konzepte, Seminarunterlagen, Kurs-Materialien und mehr.
- Du kannst das vorhandene Material nutzen und mit Neuem verbinden und so mit überschaubarem Aufwand dafür sorgen, dass du mit relevantem Content und in konsistenter Weise präsent bist im Netz.
- Damit erhöhst du signifikant die Chancen, von Menschen und der KI gefunden zu werden und Vertrauen aufzubauen in deine Person und deine Leistungen.
Lass uns anschauen, wie du konkret vorgehen kannst. Behalte dabei im Auge, dass es nicht um exakte Mathematik geht. Sondern um eine mentale und auch praktische Orientierung für dein weiteres Marketing.
IV. 7 Stunden Content
Was ist mit 7 Stunden Content gemeint?
Mit der Zahl “7” ist gemeint, dass ein durchschnittlicher Käufer sieben Stunden an Content konsumiert, bevor er sich zum Kauf entschließt.
Dadurch wird das erreicht, was Daniel Priestley mit “parasocial” bezeichnet. Jemand hat das Gefühl, dass er dich kennt - selbst wenn ihr euch noch nie begegnet seid.
Damit das gelingt, eignet sich besonders Content, mit dem man sich eingehender beschäftigt und der geeignet ist, deine besondere Persönlichkeit, Denk- und Arbeitsweise zu transportieren.
Mit anderen Worten: Eine wunderbare Chance, wenn du jemand bist mit Tiefgang.
Geeignete Formate können sein:
- Videos mit wertvollem Content für die Zuschauer (mein Favorit, denn hier bekommen Zuschauer den umfassendsten Eindruck von dir und dem, was du bietest)
- Podcasts: Hier schenkt jemand dir ganz bewusst Aufmerksamkeit
- Ein eigenes Buch
- Blogpost mit relevantem Content (nicht ausschließlich SEO-optimiert, sondern für deine Leserinnen geschrieben)
- Die Gesamtheit deiner Blogartikel (manche meiner Kunden haben sich vor der Buchung alles durchgelesen)
- Schriftliche Guides, White Papers etc.
- Webinare
- Workshops
- Mini-Produkte (kostenfrei oder für einen kleinen Preis), die eine erste Erfahrung mit deiner Arbeit ermöglichen
- Mini-Kurse
- Newsletter
- Willkommensserie für deinen Newsletter
- Sonstige E-Mail-Serie
- Interviews mit dir
- Vorträge von dir
- Gastartikel von dir
- Karussell-Post bei LinkedIn
- Erfahrungen von Kunden mit dir
- Kennenlern-Gespräch mit dir
Extra-Tipps
- Nutze das, was du schon hast, und “verpacke” es neu, statt alles komplett neu zu produzieren.
- Wandle von einem Format in ein anderes um, zum Beispiel von Webinar zu einem schriftlichen Guide.
- Nutze dein Signature System als Grundlage für den Content. Damit bleibst du nah am Kunden dran.
V. 11 Berührungspunkte
Anders als bei den 7 Stunden Content geht es hier nicht so sehr um die Tiefe, sondern um die Quantität. Die Berührungspunkte sorgen dafür, dass du auf dem Radar derjenigen bleibst, die einen ersten positiven Eindruck hatten.
Berührungspunkte können sein:
- Ein kurzer Blogartikel
- Ein Social Media Post
- Ein kurzes Video
- Ein Kommentar auf Social Media
- Ein Foto von dir
- Ein Foto von dir bei der Arbeit
- Ein Gespräch bei einem Offline-Event
- Eine Vernetzungsanfrage nach dem Event
- Ein Beitrag oder Kommentar von dir in einer Community
- Eine persönliche Nachricht bei LinkedIn (kein SPAM)
- Eine Wortmeldung bei einem Vortrag
- Eine Postkarte
- Ein einfaches “Freebie”
Extra Tipps
- Nutze unterschiedliche Formate, um selbst Abwechslung zu haben und mehr potenzielle Kunden zu erreichen - denn es gibt unterschiedliche Präferenzen.
- Konsistenz ist wichtig: Sowohl in den Botschaften als auch in der visuellen Gestaltung.
- Auch die Frequenz spielt eine Rolle. Ein Newsletter alle 6 Monate kann schlimmstenfalls wie SPAM wirken. Ein Newsletter alle 14 Tage bringt dich immer wieder positiv in Erinnerung.
VI. 4 unterschiedliche Orte oder Kanäle
Damit wird dem Rechnung getragen, dass potenzielle Kunden während ihrer Recherchen auf verschiedenen Kanälen unterwegs sind (oft sogar mit verschiedenen Geräten, mal mobil, mal am Desktop).
Zu den Möglichkeiten gehören:
- Deine Website und einzelne Unterseiten, z. B. die “Über mich”-Seite
- Dein You-Tube-Kanal
- Dein Podcast
- Deine Social Media-Kanäle
- Deine eigene Community
- Communities, in denen du Mitglied bist
- Offline-Events
- Gastbeiträge, Interviews etc.
- Fachartikel oder Interviews in Print-Medien
- Presseinformationen
- Ein eigenes Buch
Extra Tipps
- Nutze die Kanäle, die dir am meisten liegen und am erfolgreichsten für dich sind.
- Setze besonders solche Kanäle ein, in denen deine Beiträge eine lange Haltbarkeit haben und gut zu finden sind, z. B. eigenes Blog, YouTube, Pinterest, LinkedIn Newsletter.
- Unterschätze nicht die Power von Communities. Dort finden sich im Zweifel Menschen mit ähnlichen Interessen und es findet ein intensiverer Austausch statt.
VII. Deine Gesamt-Strategie als Grundlage: Das Business Rebirth Bootcamp
Wie du siehst, hast du als erfahrener Solopreneur eine Fülle von Möglichkeiten, die 7-11-4-Formel für dein Business zu nutzen und damit das letzte Drittel deiner Selbstständigkeit auf nachhaltigen Erfolg auszurichten.
Ein Risiko besteht allerdings:
Wenn du wahllos und ohne Gesamtstrategie alles Mögliche unternimmst.
- Denn dann kostest es dich unmäßig viel Zeit.
- Du verwirrst deine Audience.
- Und du kannst auch die KI verwirren und so verhindern, dass du bzw. deine Beiträge empfohlen werden.
Ein einfacher Weg, eine Gesamt-Strategie zu entwickeln als Grundlage für alles Weiter, ist mein Business Rebirth Bootcamp.
Es gibt unterschiedliche Formate, so dass du es so nutzen kannst, wie es am besten für dich passt.
Die DIY-Variante (Do It Yourself) eignet sich ganz besonders, wenn du gern im eigenen Tempo und zu den für dich passenden Zeiten arbeitest.
👉Link zur Business Rebirth Bootcamp-Seite
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VIII. Quellen
Hier noch weitere Infos zu den erwähnten Quellen:
- Daniel Priestley im Interview zu der 7-11-4-Formel
- Für eine schnelle Zusammenfassung des Interviews eignet sich diese 6-Minuten-Zusammenfassung.
- Ausführlicher Überblick (pdf) über die Google Studie zum Zero Moment of Truth
- Erklärvideo (1:41 Min.) zum Zero Moment of Truth
- TÜV-Studie von 2025 zur KI-Nutzung, u.a. mit Infos zum Recherche-Verhalten (mit Präsentation zum Download ohne Registrierung)

